Assisi

Franziskanische Gemeinschaft bewegt Menschen

Gemeinsam unterwegs: Assisi-Reise mit allen Sinnen

Gruppenfoto vor dem Rathaus von GubbioAm 10. Mai war es endlich so weit: Zum dritten Mal machte sich eine muntere Schar der Schweizerischen Caritasaktion der Blinden (CAB) und der Franziskanischen Gemeinschaft (FG) im Reisebus auf den Weg nach Süden. Fünf blinde und sehbehinderte Menschen sowie Begleitpersonen starteten in Altdorf als Fremde und kehrten als eingeschworene Gemeinschaft wieder zurück. Auch Petrus schien ein Fan unserer Reise zu sein. Er war uns gnädig und schenkte uns immer dann gutes Wetter, wenn wir es brauchten.

Assisi ertasten und hören

Nach einem herzlichen Empfang am Abend im Hotel La Rocca erkundeten wir am Montag die historische Stadt. Der Rundgang startete bei der Burg Rocca Maggiore hoch über dem Städtchen und führte uns auf römischen Spuren hinab über die Piazza bis zur Kirche San Pietro. Es war beeindruckend zu sehen, wie sicher sich die nicht sehenden Teilnehmenden durch die engen, mittelalterlichen Gässchen, über Treppen und später in der Woche auch auf Wanderwegen bewegten. Wo das eigene Auge nicht reichte, sprangen die anderen Sinne oder die Gefährtinnen und Gefährten ein. Auch dieses Mal wollten einige „Hindernisse“, welche noch vom Mittelalter-Fest Calendimaggio herumstanden, umlaufen werden.


Es gab vieles zu ertasten und zu lauschen:

Fühlen: Olivenbäume, Bronzeskulpturen, antike Torbögen oder Burgmauern liessen sich ertasten.Assisi CAB II
Hören: Wir lauschten dem mächtigen Glockengeläut von Santa Chiara oder San Rufino, den verschiedenen Vögeln der Region, und natürlich unserem eigenen Gesang, der durch unterschiedliche Kirchenräume erschallte.
Assisi CAB IVIn den folgenden Tagen verbanden wir die Biografien von Klara und Franz mit Orten, die für sie von Bedeutung waren. Die Kathedrale San Rufino, San Damiano und Santa Chiara durften dabei natürlich nicht fehlen.
Wir liessen uns auch von Bruder Thomas durch San Francesco führen und die künstlerische und architektonische Ausgestaltung der eindrucksvollen Kirche erklären.


Wenn man den Spuren von Franziskus in der näheren oder weiteren Umgebung Assisis folgt, stösst man immer wieder auf Einsiedeleien, die Franziskus im Laufe seines Lebens besucht hat. La Verna, Poggio Bustone, La Foresta, Fonte Colombo oder Greccio. Und natürlich die «Carceri», welche oberhalb von Assisi in den Wäldern am Hang des Monte Subasio gelegen sind. Dorthin wanderten wir gemeinsam, verweilten im Klösterchen oder besuchten eine der Höhlen in der Umgebung.


Ausflüge und gelebte „Italianità”

Ein Ausflug führte uns nach Gubbio. Franziskus von Assisi hielt sich eine Zeit lang in Gubbio auf. Hier soll er einen Wolf gezähmt haben, der die Gegend terrorisierte. Er sprach mit dem Wolf und konnte ihn davon überzeugen, keine Menschen mehr zu gefährden. Im Gegenzug würden sich die Bewohne:innen von Gubbio um ihn kümmern. Der Wolf akzeptierte dies und lebte von da an bis zum Ende seiner Tage in Frieden mit den Einwohner:innen. In der Nähe der Chiesa di San Francesco steht noch heute eine Statue von Franziskus und dem Wolf, welche sich wunderbar auch ertasten lässt.Statue Franz und Wolf Gubbio

Der letzte Tag mit einem Besuch in der Portiuncula-Kirche liess die 800 Jahre alte Geschichte nochmals lebendig werden.Assisi CAB I

Assisi CAB IIINeben den spirituellen und geschichtlichen Aspekten kam die Lebensfreude nicht zu kurz: Bei Aperitivi, hervorragendem Wein, feiner Pasta und dem obligatorischen Gelato genossen wir das Leben.

 

 

 

 

Was diese Reise so einzigartig machte, war der tragende Boden aus Feinfühligkeit, Humor und gegenseitiger Unterstützung.
Wir sind alle um Erfahrungen, viel Lachen und eine weitere echte „Assisi-Perle” reicher, in diesen Tagen sind wir ausserdem einander Gefährtinnen und Gefährten ganz im Geist von Franz und Klara geworden.

Monika Hug