Assisi

Franziskanische Gemeinschaft bewegt Menschen

Kapitel der Franziskanischen Gemeinschaft

DSCF9456Am Samstag 18.6. trafen sich die Delegierten der franziskanischen Laiengruppen zum sogenannten «Matten-Kapitel» im Antoniushaus Mattli in Morschach (https://www.antoniushaus.ch/) . Dieses Treffen erinnert an den Ordensgründer, den Heiligen Franz von Assisi (1182 – 1226), der noch zu Lebzeiten tausende Brüder für die radikal arme Nachfolge Jesu anzog. Damals brachten alle ihre Matten mit, auf denen sie im Freien ihre Versammlung abhielten. Schon zur damaligen Zeit wollten auch Verheiratete wie Alleinstehende dieselben Ideale mitten in der Welt leben. So gab es von Anfang an - parallel zum ersten und zweiten Orden (Franziskaner und Klarissen) - die franziskanische Laiengemeinschaft (OFS), die eine eigene Ordensregel kennt. (Ordo Franciscanus Saecularis – Consilium Internationale OFS (CIOFS) | Secular Franciscan Order)

Was ist rund 800 Jahre danach in der Schweiz davon noch lebendig?

Von Sabine Zgraggen:

Etwas mehr als 1300 Schwestern und Brüder der franziskanische Deutschschweiz sind Anfang 2022 unter dem Dach der INFAG-CH (https://www.franziskus-von-assisi.ch/dachverband-infag/dachverband) miteinander verbunden. Rund 130 davon sind Brüder im Ersten Orden der Franziskaner, rund 800 leben als Schwestern in Frauenklöstern und Kongregationen und rund 350 sind Familienleute und Singles. Am heutigen Mattenkapitel fanden 32 Stimmberechtigte den Weg ins Antoniushaus Mattli. Es sind Delegierte aus den regionalen Laien-Gruppen der FG Winterthur, Olten, Luzern und Zürich, St. Gallen und dem Oberwallis, dazu kommen Vertreter*innen der FG Mattli und vom FG-Treff.

Im letzten Jahr hat sich der FG Rat (https://www.franziskanische-gemeinschaft.ch/franziskanische-gemeinschaft/ratfg) neu konstituiert. An seiner diesjährigen Retraite hat er aus dem vorangegangenem Strategieprozesse diverse Ziele mit konkreten Massnahmen ins Auge gefasst. So wird sich z.B. eine Arbeitsgruppe dem Thema Öffentlichkeitsarbeit annehmen, ein newsletter wird fortan intern vernetzen und neue Partnerschaften – z.B. mit der CAB oder dem Sonnenhügel in Schüpfheim – ergeben spannende Projekte in der Diakonie.

Ebenfalls beschäftigt den Rat in Zusammenarbeit mit den «Laien-Geschwistern» in der West- und der Südschweiz die Schaffung nationaler Strukturen und damit die vollwertige Mitgliedschaft im Weltorden.

Neuausrichtung mit erfolgreichem Konzept

Wie viele Ordensgemeinschaften, müssen sich auch christliche Bildungshäuser mit ihren Angeboten auf veränderte Bedürfnisse ausrichten. Das Mattli Antoniushaus ist als letztes verbliebenes Werk der Franziskanischen Gemeinschaft eng mit dem franziskanischen Geist verwoben. Generationen von Menschen haben hier lebendigen Zugang zu biblischer und gut verwurzelter Spiritualität gefunden! Dank einer umfassenden Renovation des Gebäudes und einem stets konkretisierten Konzept, welches die Nachhaltigkeit auf allen Ebenen in den Fokus stellt, hat das Antoniushaus Mattli, trotz der Corona-Zwangspause, Zukunft! In den Jahresprogrammen 21/22 haben sich rund 50 Kursleitende das Thema Spiritualität auf die Fahne geschrieben. Menschen interessieren sich dafür, ihre Lebenseinstellungen zu hinterfragen und in ihrer Biografie tragende Werte zu finden. Alle Kurse fanden statt. Die Gästezimmer sind ausgelastet. In diesem Jahr wurde eine kleine thematische Akzentverschiebung zum «Beziehungswillen Gottes» vorgenommen. Etwas, das uns «von IHM her» geschenkt wird und das uns anzieht.

Synodaler Weg, jetzt auch für die FG-Gruppen

Am heutigen Mattenkapitel wurden alle Mitglieder eingeladen, sich ebenfalls den Fragen des synodalen Weges noch anzuschliessen und bis Mitte Juli ihre Eingaben als Gruppe zu machen. Diese werden dann nach Rom übermittelt und fliessen in eine Gesamtstellungnahme des Weltordens mit ein! Gefragt wird nach den grössten Herausforderungen der Kirche und wie darauf reagiert werden sollte. Ebenso geht die Frage an uns franziskanisch gesinnte Menschen, was wir selbst konkret anbieten können, «damit die Kirche authentischer und sichtbarer zum Leib Christi wird». Nachgehakt wird zudem, was die Mitglieder des OFS im Prozess der synodalen Erneuerung als ihren «besten Beitrag dazu» ansehen, und was sie «am meisten von der Kirche dazu brauchen», um ihn umzusetzen. Zum Schluss wird noch spezifisch nach den Herausforderungen für den weltweiten Laienorden gefragt.

Schon heute bringt sich die FG mit bewährten Angeboten in unsere Gesellschaft ein. So sind die äusserst günstig aufgegleisten Familienferien von an die 60 Teilnehmenden im Sommer 22 bereits seit Monaten ausgebucht. In diesem Jahr sind auch ukrainische Flüchtlingsfamilien dabei. Den meisten Teilnehmenden werden die Ferientage auf der Rigi durch Spenden ermöglicht. Auch die weltweite Vernetztheit fördert durch Spendengelder Brunnen- Projekte in Afrika, nach einem Konzept, das dauerhaftes Engagement der Einheimischen voraussetzt. Wichtig in allem ist, dass diese christliche Bewegung sich von der Basis her aufbaut. In regelmässigen Zusammenkünften wird sich über «franziskanisches Leben», wie wir es im Alltag versuchen zu leben, ausgetauscht. Dieses Zuhören und Erfahren voneinander, stärkt den eigenen Glaubensweg.

Mit einem stimmungsvollen Gottesdienst in der Mattli-Kapelle, in dessen Mitte das bekannte «offene Kreuz» von Josua Bösch dazu einlädt, die «Leere im Leib Christi» durch das eigene Leben zu füllen, schloss die diesjährige Tagung und das Kapitel ab.

Wer sich für die Anlässe und Teilnahme an einer Ortsgruppe interessiert, wendet sich an die Franziskanische Gemeinschaft der deutschen Schweiz

Mattli Antoniushaus

CH–6443 Morschach

Tel 041 822 04 50

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