Assisi

Franziskanische Gemeinschaft bewegt Menschen

Wer ist Gott für mich?

 DSC3898Wer ist Gott für mich? Aufnahme von vier Gläubigen in den franziskanischen Laienorden

Am Samstag 12.12.2020 haben sich, nach über einjähriger Vorbereitungszeit, vier Gläubige aus der Pfarrei St. Marien in den weltweit tätigen 3. Franziskaner-Orden, den Franziskanischen Säkularorden, aufnehmen lassen. Es sind dies Gabriela A., Liliane Z., Sabine und Felix Z.
Die Interessengruppe kam aufgrund der Familienferien zustande, auf welcher Br. Paul Zahner im Jahr 2018 dabei war. Es zeigte sich, das einige Gemeindemitglieder früher bereits Kontakt zur Jungen Franziskanischen Gemeinschaft (JFG) oder Franziskanischen Gemeinschaft (FG) hatten.
Wesentliches Element der Aufnahmefeier war das eigene Versprechen, dem Evangelium gemäss zu leben, sich einer konkreten FG-Gruppe, der FG-Zürich, anzuschliessen und im Alltag immer wieder die Ordensregel zu beachten.

Die Ordensregel des franziskanischen Laienordens geht auf einen Brief von Franziskus zurück, worin er Gläubige – gleich welchen Standes – ermutigt, sich auf einen verbindlichen Glaubensweg zu begeben.

Schon zu seinen Lebzeiten (Franz v. Assisi lebte 1182 - 1226) wollten auch Verheiratete oder Alleinstehende nach seiner Lebensweise leben, ohne aber ihre Familien zu verlassen. Die damals im Mittelalter aktive Pönitenten-Bewegung, eine Bussbewegung, hatte ähnliche Ideale. Doch das Charisma von Franziskus und später auch der heiligen Klara führte zu einer grossen Erneuerungsbewegung für die Kirche. 

Wie es der Auftrag jedes Christen ist sich in die konkrete Nachfolge Jesu zu begeben, so hat der Ordensbeitritt einen höheren Grad der Selbstverpflichtung und Ausrichtung auf das Lebensbeispiel des Ordensgründers. 

Im Beisein von Mitgliedern der FG-Gruppe Zürich und einigen Gemeindemitgliedern, fand die Heilige Messe unter der Leitung von Br. Paul Zahner, Franziskaner OFM, statt. Aus dem Vorstand der FG-Gruppe Zürich nahm die Vorsteherin Daniela Koller die Versprechen entgegen. Als Zeugen fungierten Christine Demel und Stefan Koller.

In seiner Predigt, welche Johannes den Täufer gemäss Sonntagsevangelium im Blick hatte, wiederholte Br. Paul die Frage, welche Zuhörer Johannes stellte: «Wer bin ich für dich?» Damals hielten viele Menschen Johannes den Täufer für den Messias. Als dieser in Jesus den Gottessohn erkannte, sagte er ergriffen: «Ich bin es nicht wert IHM die Riemen seiner Sandalen zu öffnen». Dies sagte der grosse Wegbereiter und Mahner in der Wüste! Plötzlich machte auch sein Büsserleben einen ganz neuen Sinn.

Franziskus hat die Frage Jesu: «Wer bin ich für dich?» radikal beantwortet: «Alles!» Christus wurde zu seinem Ein und Alles. Nichts Materielles, nicht einmal die Bewahrung der eigenen körperlichen Gesundheit, konnten ihn befriedigen. Er hatte grossen Wohlstand und ritterliche Ideale erlebt, aber auch Kriegsgefangenschaft und das Elend vieler Menschen. Er musste sich entscheiden und folgte dem Ruf seines Herzens. Sein Herz brannte für die Wahrheit und die Nachfolge Jesu gemäss Evangelium. Dabei beachtete er die Vorgaben der Kirche und stellte die Gegenwart Gottes in der Eucharistie in seinen geistigen Mittelpunkt. Mit seiner Hingabe und «glücklichen Armut» gelang ihm, was wir uns auch heute wünschen: Eine grundlegende Erneuerung des eigenen Lebens und dadurch auch der Kirche. Die FG-Gruppe will hier einen Beitrag liefern.

Wer sich für den 3. Orden interessiert, findet hier weiterführende Hinweise: https://www.franziskanische-gemeinschaft.ch/

Wer ebenfalls Interesse an einer FG-Gruppe hat, kann als Gast oder Interessent an den monatlich stattfindenden Glaubenstreffen in Zürich teilnehmen. Auskunft erteilt dazu Daniela Koller (vgl. https://www.franziskanische-gemeinschaft.ch/franziskanische-gemeinschaft/gemeinschaftenfg ) oder Diakon Felix Zgraggen.

Mit einem Strahlen im Gesicht verliessen die vier Aufgenommenen den Gottesdienst. Eine gemeinsame Feier fiel wegen Corona aus.

Sie erhielten als Geschenk eine Ikone, die Franziskus oder Klara darstellten und einen kleinen Engel-Anhänger. Das Gebet der Gemeinschaft und WeggefährtInnen war für alle spürbar. Ebenso der Segen Gottes. 

Sabine Zgraggen

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